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Hintergrund

Wir stellen den Fall einer 33-jährigen Frau vor, die während der Behandlung einer intramedullären Tuberkulose der Wirbelsäule eine phlyctenuläre Konjunktivitis entwickelte. Sie wurde mit topischen Steroiden behandelt, während die antituberkuläre Therapie fortgesetzt wurde, und es kam zu einer Besserung.

Die phlyktenuläre Konjunktivitis ist eine zellvermittelte Überempfindlichkeitsreaktion vom Typ IV auf endogene mikrobielle Proteine. Sie wird häufiger aus Entwicklungsländern in der pädiatrischen Altersgruppe in Verbindung mit Lungen- und Lymphknotentuberkulose berichtet.12 Ein Zusammenhang mit intramedullären Tuberkulomen wurde in der vorhandenen Literatur nicht berichtet.

Eine junge Frau, die wegen spinaler intramedullärer Tuberkulome behandelt wurde (Abbildung 1), entwickelte eine phlyktenuläre Konjunktivitis (Abbildung 2A, B), die asymptomatisch war, obwohl ihr Auftreten für die Patientin und ihre Familie alarmierend war. Ihre neurologische Untersuchung war normal, mit Ausnahme der beidseitigen Plantarstrecker.

T1-gewichtete sagittale Kontrast-MRT des Rückenmarks, die hyperintense, unregelmäßig ansteigende intramedulläre Läsionen auf der Ebene der Wirbel D2 und D4 zeigt, die auf Tuberkulome hindeuten.

(A) Spaltlampenaufnahme des linken Auges vor der Behandlung, die ein Knötchen in der Nähe des Limbus mit umgebenden hyperämischen und verstopften Bindehautgefäßen zeigt, die auf eine phlykenuläre Bindehautentzündung hindeuten. (B) Die Spaltlampenaufnahme des linken Auges nach der Behandlung zeigt eine Abheilung.

Eine rechtzeitige Diagnose dieser Erkrankung ist wichtig. Eine verspätete Diagnose kann zu Hornhautgeschwüren, Sekundärinfektionen und Perforationen führen. Die Behandlung umfasst topische Steroide und Antibiotika oder eine antituberkuläre Therapie bei tuberkulöser Ätiologie.

Lernpunkte

  • Obwohl gewöhnlich mit kutaner und Lymphknotentuberkulose beschrieben, kann eine phlyktenuläre Konjunktivitis auch mit einer Tuberkulose des zentralen Nervensystems assoziiert sein.

  • Ein hoher Verdachtsindex ist für die Diagnose und rechtzeitige Behandlung dieser Erkrankung erforderlich, um mögliche Komplikationen wie Hornhautgeschwüre und Perforation zu verhindern.

  • Rezidive sind bei phlyktenulärer Konjunktivitis häufig, und jede Episode sollte behandelt werden.