Kontrolliert der Missbrauch von Abführmitteln das Körpergewicht? A comparative study of purging and vomiting bulimics

In dieser Studie wurden die tägliche Nahrungsaufnahme und die Essgewohnheiten von 30 normalgewichtigen Bulimia nervosa-Patientinnen untersucht; 20 erbrachen täglich und 10 spülten täglich. Ziel war es, die Nahrungsaufnahme zu messen und zu vergleichen sowie die Überzeugung zu untersuchen, dass der Missbrauch von Abführmitteln ein wirksames Mittel zur Kontrolle des Körpergewichts ist. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Abführenden ihr Gewicht durch eine generelle Einschränkung der Nahrungsaufnahme und nicht durch die pharmakologische Wirkung der Abführmittel kontrollieren. Die Essgewohnheiten der Purgers waren bulimisch, aber nicht krass: die durchschnittliche tägliche Energiezufuhr lag in einem normalen Bereich (2210 +/- 210 kcal/Tag). Das Essverhalten der Erbrecher war anders: Die durchschnittliche Energiezufuhr war sehr hoch (6025 kcal/Tag), fast dreimal so hoch wie die empfohlene Energiezufuhr und signifikant höher (P weniger als 0,01) als die der Purgierer. Es gab große tägliche Schwankungen (s.d. = 3605), und gelegentlich wurden riesige Mengen registriert, bis zu 30 000 kcal an einem Tag. Trotzdem war das Erbrechen sehr wirksam bei der Verhinderung einer Gewichtszunahme, da das Durchschnittsgewicht der Erbrecher (Mittelwert = 98 %) dem Durchschnittsgewicht der Vergleichsgruppe (MPMW) entsprach. Im Gegensatz dazu war das Erbrechen relativ unwirksam, denn trotz geringerer Energiezufuhr lagen alle Erbrecher über (Mittelwert = 114 Prozent) – und einige sogar deutlich – ihrem MPMW. Dieser Unterschied zwischen den beiden Gruppen war signifikant (P weniger als 0,01). Die Gründe für das Fortbestehen des Abführmittelmissbrauchs werden diskutiert.