High-Flow-Sauerstofftherapie zur Behandlung von akuter Migräne: Eine randomisierte Crossover-Studie

Hintergrund Eine gestörte Sauerstoffverwertung und zerebrovaskuläre Dysfunktion werden mit Migräne in Verbindung gebracht. High-Flow-Sauerstoff ist bei Clusterkopfschmerz wirksam und hat sich in Tiermodellen der Migräne als vielversprechend erwiesen, wurde aber bei Migränepatienten noch nicht ausreichend untersucht. Methoden In dieser randomisierten, placebokontrollierten Crossover-Studie erhielten erwachsene Migränepatienten 30 Minuten lang kurz nach Symptombeginn für insgesamt vier Migräneanfälle verblindet High-Flow-Sauerstoff oder medizinische Luft mit 10-15 l/min über eine Gesichtsmaske. Die Teilnehmer hielten den Schweregrad der Kopfschmerzen, der Übelkeit und der visuellen Symptome auf visuellen Analogskalen in regelmäßigen Abständen bis zu 60 Minuten fest. Ergebnisse Wir nahmen 22 Personen (Durchschnittsalter 36 Jahre, 20 Frauen) auf, die 64 Migräneattacken (33 mit Sauerstoff, 31 mit Luft) selbst behandelten. Der vordefinierte primäre Endpunkt (mittlere Abnahme der Schmerzwerte von der Ausgangssituation bis 30 Minuten) betrug 1,38 ± 1,42 bei den mit Sauerstoff behandelten und 1,22 ± 1,61 bei den mit Luft behandelten Anfällen (p = 0,674). Die Sauerstofftherapie führte nach 60 Minuten zu einer Linderung (Schweregrad-Score 0-1) von Schmerzen (24 % gegenüber 6 %, p = 0,05), Übelkeit (42 % gegenüber 23 %, p = 0,08) und visuellen Symptomen (36 % gegenüber 7 %, p = 0,004). Eine explorative Analyse ergab, dass bei mäßig schweren Anfällen (Ausgangsschmerzwert <6) eine Schmerzlinderung bei sechs von 13 (46 %) mit Sauerstoff gegenüber einem von 15 (7 %) mit Luft erreicht wurde (p = 0,02). Die Gastherapie wurde bei 91 % der Anfälle gemäß dem Protokoll eingesetzt. Es traten keine nennenswerten unerwünschten Ereignisse auf. Schlussfolgerung: High-Flow-Sauerstoff kann eine praktikable und sichere Strategie zur Behandlung der akuten Migräne sein. Weitere Studien sind erforderlich, um festzustellen, ob diese relativ kostengünstige, allgemein verfügbare Behandlung als Ergänzung oder Alternative zur Migränetherapie eingesetzt werden kann.