Deshalb wachen Sie oft gegen 3 Uhr morgens auf

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Sie kennen die Szene. Du wachst mitten in der Nacht auf und drehst dich um, um dein Handy zu checken, aber das brauchst du eigentlich gar nicht. Du weißt bereits, dass es 3 Uhr morgens ist.

Die meisten Menschen wachen mehrmals in der Nacht auf. Dies geht oft mit einer Lageveränderung des Körpers einher. Diese nächtlichen Aufwachphasen fallen in der Regel mit dem Übergang von einem Schlafstadium zum anderen zusammen und sind so kurz, dass wir uns am Morgen oft nicht daran erinnern.

„Ein durchschnittlicher Erwachsener wacht sieben bis 15 Mal pro Nacht auf, und das ist normal“, sagt Michael Perlis, Direktor des Behavioral Sleep Medicine Program an der Perelman School of Medicine der University of Pennsylvania. Aber das Aufwachen um 3 Uhr morgens kann uns aus dem Tiefschlaf reißen und es uns schwer machen, wieder einzuschlafen.

Historischer Grund

Der Grund für das 3-Uhr-Wachwerden lässt sich bis in die Zeit vor der industriellen Revolution zurückverfolgen, als die Menschen in Europa und Nordamerika ihren Schlaf in zwei Abschnitte unterteilten: den ersten und den zweiten Schlaf. Durch das Aufkommen des künstlichen Lichts konnten die Menschen viel später am Abend arbeiten (und spielen). Das bedeutete, dass die Schlafenszeit immer weiter nach hinten verschoben wurde, was unseren zirkadianen Rhythmus störte und unser Zeitgefühl neu ordnete.

In diesem neuen kapitalistischen Zeitalter wurde der Schlaf zu etwas, das man brauchte, um seine Arbeit zu erledigen, und er wurde in ein einziges Schlafintervall zusammengefasst, anstatt der zwei, an die wir gewöhnt waren.

Man wacht um 3 Uhr morgens auf, weil dies die Zeit ist, in der man vom Tiefschlaf in einen leichteren Schlaf übergeht. Wenn Sie um 23 Uhr ins Bett gehen, sind Sie um drei Uhr morgens größtenteils aus dem Tiefschlaf heraus und gehen in längere Phasen leichteren Schlafs über, die als REM-Schlaf bezeichnet werden. In der REM-Phase ist das Gehirn aktiver, so dass es wahrscheinlicher ist, dass man aufwacht.

In der Welt der Religion und Spiritualität hat das Aufwachen um 3 Uhr morgens große Bedeutung. Wayne Dwyer, ein berühmter amerikanischer Selbsthilfeautor, dessen erstes Buch sich 100 Millionen Mal verkaufte, forderte die Menschen auf, den 3-Uhr-Moment zu nutzen. „Stellen Sie Ihre Füße auf den Boden, steigen Sie aus dem Bett, spüren Sie die Morgenbrise und lauschen Sie Ihren inneren Gedanken“, sagte er.

Schlafeinschränkung

Wenn Sie mit dem Aufwachen um 3 Uhr morgens zu kämpfen haben, können Sie von der Methode der Schlafeinschränkung profitieren. Es ist völlig normal, dass Sie dieses Aufwachen erleben. Versuchen Sie also, es anzuerkennen und darauf zu warten, dass der Schlaf wieder einsetzt. Wenn das nicht der Fall ist, müssen Sie nicht einfach nur daliegen und sich unruhig fühlen. Stehen Sie auf, lesen Sie oder hören Sie Musik und versuchen Sie es erneut, wenn Sie sich schläfrig fühlen.

Schlafhygiene

Eine gute „Schlafhygiene“ kann Ihre Chancen auf einen erholsamen Schlaf deutlich erhöhen. Zur Schlafhygiene gehören:

  • Vermeiden Sie vor dem Schlafengehen scharfe oder fettreiche Speisen. Keine Curry- oder Eiscreme-Partys mehr am späten Abend – diese können Verdauungsstörungen und Sodbrennen auslösen, was unangenehm ist und Sie aufwecken kann.
  • Mieden Sie nachmittags und abends aufputschende Substanzen wie Koffein und Nikotin.
  • Vermeiden Sie Alkohol. Ein Glas Wein hilft zwar beim schnellen Einschlafen, kann aber im zweiten Teil der Nacht den Schlaf stören, da der Körper den Alkohol zu verarbeiten beginnt.
  • Bewegung. Schon 10 Minuten Ausdauersport pro Tag können Ihre Schlafqualität drastisch verbessern. Versuchen Sie jedoch, früher am Tag ins Fitnessstudio zu gehen, da Bewegung die Energie nach dem Training erhöhen kann.